Tom Hamann

Der 1955 in Stuttgart geborene Thomas (Tom) Hamann besuchte von 1975 bis 1979 die Technische Hochschule in Aachen, wo er den Fachbereich Kunst/Design belegte. Im Anschluss daran folgten weitere Studienjahre an der Maastrichter Kunstakademie, nach welchen er sich beruflich schnell etablieren konnte. Hamanns druckgraphische Editionen, die er auch heute noch für international arbeitende Kunsthändler und Verleger kreiert, fanden großen Absatz. Neben den Berufserfolgen begab sich Tom auf die Suche nach den Wurzeln frühgeschichtlicher Kulturen. Ausgedehnte Studienreisen führten ihn nach Afrika sowie auf die amerikanischen Kontinente. Dort beschäftigte er sich mit den sozio-religiösen Traditionen vergangener Völker und ließ sich in einer neo-schamanischen Tradition ausbilden. Der in dieser Zeit entstandene Erfahrungsgewinn prägt seither die Weltanschauung des Künstlers und übt auch heute noch großen Einfluss auf alle seine Anliegen aus.

Spürbar wird dies bei vielen seiner Unikate und Multiples, die häufig instinktiv an urtümliche Artefakte, Höhlenmalereien oder auch Totems erinnern lassen. Vor allem die auffälligen „Bild-in-Bild-Elemente“ tragen zu dieser Wirkung bei. Es sind Zeichen wie Kreise, Quadrate, Dreiecke, Kreuze, aber auch verschieden große Spiralen, einzelne Zahlen, Buchstaben sowie figürliche Darstellungen, die diese Bilder im Bild, ein wiederkehrendes Merkmal im bildnerischen Schaffen Hamanns, ausmachen. Durch die Art, wie sie der Künstler in seinen Motiven in Szene setzt, verleihen sie den Arbeiten etwas Exotisches und Rätselhaftes. Sobald seine Werke freischwebend gehängt und fokal beleuchtet werden, kommen weitere Wiedererkennungsmerkmale besonders gut zur Geltung. Dazu gehören z.B. die schroff angerissenen Außenkanten, die reizvolle Schattenspiele an der Wand entstehen lassen können. Faszinierend sind auch die modellierten oder auch geprägten, hamann-typischen Strukturfelder. Ganz gleich, ob sie der Künstler aus vermischtem Gips, Pigmenten, Sand und Bindemittel oder aber auch aus geformt hat, sie erwecken den Anschein, als seien sie aus verfestigter Erde, Holz oder gar unbehauenem Papier Stein gemacht worden. Unterbrochen werden sie durch feine, teils mit hauchdünnen Papiercollagen geebnete Flächen, die den Freiraum für die vorgenannten Bild-in-Bildelemente entstehen lassen. Diesen Symbolen, Zeichen und Formen, verdanken viele der Kunstwerke Hamanns ihre starke, Neugierde weckende Bildwirkung. Kognitiv angestoßene Auseinandersetzungen mit der Arbeit des Künstlers werden noch zusätzlich durch die meist exotisch klingenden Werktitel begünstigt. Anregungen für Namensideen, wie z.B. Tumo, Wakonda, oder Ankari, kann Hamann immer wieder aufs Neue aus seiner Beschäftigung mit anderen Sprachen und Kulturen ziehen.

Dass sich der Künstler auch im Atelier bei der Arbeit davon gezogen fühlt, seinen wichtigsten, persönlichen Anliegen nahe zu bleiben und Menschen intuitiv berühren zu wollen, lässt erahnen, dass seine Sujets etwas verstecken, was nicht ohne weiteres decodierbar ist. Auf die Frage, wie er zu seinen Kompositionen und Ideen komme, beteuert Hamann schlicht, dass er es im Einzelnen nicht wisse. Lediglich sei für ihn zu spüren, wenn etwas in der jeweiligen Arbeit so sein soll, - oder will. Damit folgt er als Künstler einem inneren Ruf, um etwas dinghaft zu machen, was nur durch ihn existenziell werden will. Empfindsame Menschen meinen, das spüren zu können und fühlen sich durch die vielseitige, zutiefst schöpferische Kunst Hamanns berührt. Das mag ein Grund dafür sein, warum seine Kunstwerke in Umgebungen, in denen z.B. Coaching, medizinische Leistungen, Meditation, aber auch Wellness ins Angebot gebracht werden, besonders geschätzt werden.

Seit 2005 präsentiert die Galerie Menssen Unikate und druckgraphische Werke des Künstlers in ständiger Ausstellung und hat 2006 die Weltpremiere der Moovy-Objekte in Zürich, in der Schweiz ermöglicht. Diese faszinierenden kinetischen mobile-ähnlichen Arbeiten, wurden seither auf vielen internationalen Kunstmessen ausgestellt.

 

Webdesign Schleswig Holstein